Der Sturm
Schauspiel | nach William Shakespeare | Schauspielhaus Bochum
Ein Inselhopping in drei Teilen
mit dem gesamten Ensemble des Schauspielhaus Bochum
nach William Shakespeare
Eine einsame Insel irgendwo im Nirgendwo: Hier landet Prospero, der ehemalige Herzog von Mailand, mit seiner Tochter Miranda, nachdem er von seinem Bruder entmachtet und in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt wurde. Weitere Inselbewohner: der Luftgeist Ariel und Caliban, der hier schon immer zu Hause war und nun von Prospero unterjocht wird. Vorbei kommt hier eigentlich nie jemand, zumindest nicht freiwillig. Also wird nachgeholfen: Zwölf Jahre später lässt Prospero Ariel einen Sturm entfesseln, um ein Schiff mit seinem Bruder und dem König von Neapel auf der Insel stranden zu lassen. Das Wetter spielt verrückt, die Machtverhältnisse kommen ins Rutschen – jetzt wird abgerechnet. Johan Simons’ letzte Inszenierung ist dem mutmaßlich letzten Stück Shakespeares gewidmet: The Tempest. Und er ist nicht allein. Wir haben zwei aufregende zeitgenössische Künstler*innen eingeladen, die Leerstellen des Stücks mit ihren Fantasien zu füllen. Warum gibt es eigentlich nur eine weibliche Rolle? Was ist mit Calibans Mutter? Wem gehört die Insel? Und wem die Zukunft?
Die US-amerikanische Künstlerin Leila Hekmat, deren Arbeiten an der Schnittstelle von Ritus und bildender Kunst, zwischen Kostümorgie, Musik und Burlesque beheimatet sind, gibt dem verdrängten weiblichen Teil der Geschichte endlich Raum. Und Lamin Leroy Gibba, der spätestens als Autor und Hauptdarsteller der ARD-Serie Schwarze Früchte durch die Decke gegangen ist, schreibt einen neuen Text für das Ende, der eine postkoloniale Perspektive entwirft und die alte Insel weit hinter sich lässt.
(Schauspielhaus Bochum)
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