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Das Schwarz an den Händen meines Vaters

Uraufführung

Schauspiel | Lena Schätte | Studio Oberhausen

Männer, die Schnaps trinken, bringen Ärger – und Männer, die Bier trinken, sind harmlos. Das hat Motte von ihrer Mutter gelernt, und die muss es wissen. Denn auch Mottes Vater trinkt. So wie auch schon der Großvater vor ihm und eigentlich alle Männer in Mottes Familie. Als der Vater irgendwann nicht mehr nüchtern zur Arbeit erscheinen kann, wird er erst intern versetzt und verliert schließlich seinen Arbeitsplatz. Gefangen in einer Schamspirale rutscht die Familie immer mehr in den sozialen Abstieg. Als Kind nippt Motte beim Schützenfest und Familienfeiern heimlich an den Alkoholresten, bis ihr wohlig warm wird – später trinkt sie ge
meinsam mit ihrem Partner. Das ist vertraut, die Rolle der (Co-)Abhängigen ist längst in sie eingeschrieben. Sie trinkt immer mehr, schafft es manchmal nicht mehr in die eigene Wohnung, weil der Schlüssel nicht ins Schloss passen will, und schläft im Hausflur. Sie stürzt immer weiter ab, verliert fast alles. Als ihr Vater unheilbar erkrankt, kommt es für Motte zum doppelten Abschiedsprozess – einmal von diesem Mann, der ihr Leben so schwer gemacht hat und den sie dennoch liebt, und einmal vom Alkohol. Statt passiv mit dem Leben zu hadern und die Schuld auf ihre Vorväter abzuladen, übernimmt sie die Verantwortung für sich selbst und kämpft sich Stück für Stück aus der Sucht heraus. Unterstützung findet sie vor allem in ihrem Bruder, an dem der Kelch der Alkoholkrankheit vor über ging.
Nach ihrem Debüt Ruhrpottliebe legt Lena Schätte nun mit Das Schwarz an den Händen meines Vaters ihren zweiten Roman vor. In brüchigen Erinnerungssplittern setzt sich das berührende Bild einer komplexen Vater-Tochter-Beziehung zusammen. Schonungslos und mit nüchterner Sprache wird die Geschichte einer Arbeiterfamilie erzählt, die der Alkohol nach und nach kaputt macht – und die sich dennoch Liebe und Geborgenheit spendet.
Katharina Bill ist Regisseurin, Performerin und Expertin für die Arbeit mit nicht-professionellen Darsteller:innen. In ihrer Inszenierung erzählen Menschen aus Oberhausen und Umgebung die Geschichte von Motte und ihrer Familie und widmen sich dem omnipräsenten und doch meist totgeschwiegenem Thema der Alkoholsucht. Die Uraufführung von Das Schwarz an den Händen meines Vaters ist nach Lügen über meine Mutter die zweite Inszenierung von Katharina Bill und ihrem Team am Theater Oberhausen.

in einer Fassung von Katharina Bill

Regie: Katharina Bill
Bühne und Kostüme: Konstanze Grotkopp
Musik: Jakob Jokisch
Dramaturgie: Saskia Zinsser-Krys
Stadtdramaturgie: Viktoria Lewowsky
(Theater Oberhausen)

Studio Oberhausen

Will-Quadflieg-Platz 1 / Sedanstraße
46045 Oberhausen

Haltestelle Theater: Buslinie 958, Nachtlinie NE011;
Haltestelle Marienkirche: Buslinie 122; Haltestelle
Rathaus: Linie 957, Linie 185, Linie CE 94; Linie 143,
Linie 983, Nachlinie NE003

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