Spielszene
© Birgit Hupfeld
„Bernarda Albas Haus“
Schauspiel
Federico García Lorca
Premiere: 5. Oktober 2018

Acht Jahre Trauer – dazu verdonnert Bernarda ihre vier Töchter, nachdem der Vater verstorben ist. Sie sind im besten, heiratsfähigen Alter, doch „wo die Trauer währt, wird nicht einmal der Wind von der Straße dieses Haus betreten. Wir wollen uns vorstellen, wir hätten Türen und Fenster mit Ziegelsteinen zugemauert.“ Die Gesellschaft, das Außen, darf in diese klaustrophobische Gemeinschaft, beherrscht durch Bernardas Tyrannei, nicht eindringen – und tut es doch – in Form von Pepe el Romano, dem Sinnbild für ersehnte Freiheit und unbezwingbare Triebe. Doch anstatt gemeinsam gegen erstarrte Konventionen und pervertierte Sitten anzukämpfen, zerfleischen sich die Schwestern in einem unerbittlichen Psychothriller gegenseitig. Die Katastrophe ist unausweichlich.

Federico García Lorca gilt als einer der letzten großen Tragödiendichter Europas, dessen Stücke durch ihre sinnliche Sprache und düstere, archaische Atmosphäre bestechen. Er selbst war ein Gegner der sozialen Rückständigkeit Spaniens und wurde kurz nach Beginn des Spanischen Bürgerkrieges ermordet. Seine Leiche wurde nie gefunden.
(Theater Oberhausen)

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