Stefan Diekmann, Jannik Nowak, Sven Seeburg, Silvia Weiskopf, Bettina Schmidt
© Diana Küster
„Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner“
Schauspiel
Ingrid Lausund (geb. 1965)
Premiere am 6. November 2011

Inszenierung: Thomas Ladwig
Bühne: Jürgen Höth
Kostüme: Asima Amriko
Dramaturgie: Judith Heese

"Ernstes Thema heute, Afrika", steigt Leo in die Proben zur Benefizveranstaltung ein. Er und vier weitere Mitstreiter befinden sich mitten in den Vorbereitungen für einen Gala-Abend zu Gunsten einer Schule im afrikanischen Guinea-Bissau. Oberstes Ziel dabei: Authentizität wahren. Doch nicht nur das bereitet Schwierigkeiten. Die Vorstellungen davon, wie man potenzielle Spender am ehesten für das Projekt gewinnt, gehen weit auseinander: Braucht es ein höchstprominentes Zugpferd oder reicht es, wenn man Uschi Glas von der Sache überzeugt? Lädt man vielleicht eine echte Afrikanerin zur Gala ein? Darf zwischendurch auch mal Bierzelt-Stimmung aufkommen oder ist stets seriöse Sachlichkeit zu demonstrieren? Zeigt man Bilder von dahinsiechenden Kindern? Wie viel Unwohlsein darf beim Publikum aufkommen?
Zwischen immer wiederkehrenden Diskussionen über Political Correctness und die Wirkung des gerade Inszenierten werden Redeanteile neu verteilt, spontane Umarmungen und die richtige Betonung des Wortes "Hungerkatastrophe" einstudiert sowie die effektivste Stelle für den ergreifenden Tränenausbruch festgelegt. Und doch, aller Professionalität zum Trotz, kommt mitunter Betroffenheit auf. Dabei bleibt es nicht aus, dass die Beteiligten ihre eigenen Haltungen hinterfragen.

Autorin Ingrid Lausund, die "Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner" auch nach der Uraufführung am Schauspiel Köln 2004 noch mehrfach selbst inszenierte, nimmt mit ihrem Stück nicht allein gutmenschliche Betroffenheitsveranstaltungen à la RTL-Spendenmarathon auf die Schippe. Wenn bei der Probe um jeden Satz gebuhlt und Solo-Nummern haarklein gegeneinander aufgerechnet werden, führt sie ebenso geschickt die Eitelkeiten und Befindlichkeiten der fünf vermeintlichen Vorzeigebürger vor.

(Schauspiel Essen 2011/12)

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