Daniel Stock, Raphaela Möst
© Diana Küster
„Gefährliche Liebschaften“
n. d. Roman von Choderlos de Laclos
Christopher Hampton
Premiere: 22. April 2017

Regie: Jan Neumann
Eine dekadente Gesellschaft kurz vor dem Untergang. Die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, in der Blüte ihrer erotischen Könnerschaft, stehen sich im Verbrauch von Geschlechtspartnern in nichts nach. Einst jagten sie einander, jetzt zeigen sie sich ihre anderswo errungenen Trophäen. Doch die Lust, die man in fremden Körpern finden kann, ist endlich: Irgendwann ist jeder Körper gleich. Die Seelen sind es, die für Fortgeschrittene im erotischen Raffinement den Unterschied machen. Merteuil will aus Rache an einem Liebhaber dessen künftige Braut Cécile verderben, ihr Vehikel: Valmont. Der findet den Auftrag beleidigend einfach, bis die Mutter Céciles ihn bei der tugendhaften Präsidentin de Tourvel – dem eigentlichen Objekt seiner Begierde – anschwärzt. Diese Beleidigung verleiht der verordneten ‚Erziehung‘ Céciles neuen Reiz. Zur eigentlichen Herausforderung für Valmont aber wird die Tourvel, fühlt er doch mehr für sie, als er sich eingesteht.

In seinem einzigen berühmt gewordenen Roman zeichnet der Militär Choderlos de Laclos kurz vor der Französischen Revolution die Lust als letzten Kampfplatz gelangweilter Wohlstandsmenschen. Doch er beschreibt auch die Traurigkeit, die aus der Entwertung der Liebe zur Tauschware erwächst.

Jan Neumann (*1975) ist Autor, Regisseur und Schauspieler. 2011 erhielt er den Förderpreis für komische Literatur der Stadt Kassel. Er inszeniert u. a. am Maxim Gorki Theater Berlin, Staatstheater Stuttgart, Staatsschauspiel Dresden und Schauspiel Köln, seit 2013 ist er Hausregisseur am Deutschen Nationaltheater Weimar. Am Schauspielhaus Bochum hat er u. a. Schillers „Don Karlos“, Oscar Wildes „Bunbury“ und „Die Ehe der Maria Braun“ nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder in Szene gesetzt.
(Schauspielhaus Bochum)

Termine & Bestellung

Samstag,
25.11.2017
Schauspielhaus Bochum  |  19.30 Uhr
Gefährliche Liebschaften
Schauspiel  Christopher Hampton
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