Gianluca Terranov (Polione), Katia Pellegri (Norma)
© Mathias Jung
„Norma“
in ital. Sprache mit deutscher Übertitelung
Vincenzo Bellini (1801-1835)
Premiere: 8. Oktober 2016

Tragische Oper in zwei Akten

Dichtung von Felice Romani nach der gleichnamigen Tragödie von Louis Alexandre Soumet (uraufgeführt am 6. April 1831 in Paris)

Uraufführung: 26. Dezember 1831 im Teatro alla Scala in Mailand

Ort und Zeit der Handlung
Gallien, ca. 50 Jahre vor Christus

Personen
Pollione, der römische Prokonsul in Gallien (Lyrischer Tenor); Oroveso, der Oberhaupt der Druiden (Basso cantante); Norma, Orovesos Tochter, die Oberpriesterin (Sopran); Adalgisa, Novizin im Tempel der Irminsul (Original: lyrischer Sopran, heute oft Mezzosopran); Clotilde, Normas Freundin (Sopran oder Mezzosopran); Flavius, Polliones Freund (Lyrischer Tenor); Zwei kleine Söhne Severs und Normas (Stumme Rollen).

Erster Akt
Im von den Römern besetzten Gallien warten die gallischen Krieger auf ein Zeichen ihrer Göttin Irminsul, um den Kampf gegen die Besetzer beginnen zu können. Die Priesterin Norma schneidet Misteln an der heiligen Eiche. Daraus entnimmt sie, dass der Zeitpunkt für den Kampf noch nicht gekommen ist. Norma leidet unter dem Bruch ihres Keuschheitsgelübtes und dem Zwiespalt, dass sie die heimliche Geliebte des römischen Prokonsuls Pollione ist, mit dem sie sogar zwei Kinder hat. Doch Polliones Gefühle sind inzwischen abgekühlt. Er ist in die Novizin Adalgisa verliebt. Als Norma bei einem Zusammentreffen mit den beiden davon erfährt, schwört sie Rache.

Zweiter Akt
Ihre Mutterliebe hindert die verzweifelte Norma daran, ihre beiden Knaben zu töten. Pollione soll mit Adalgisa und den Kindern zurück nach Rom gehen. Adalgisa jedoch erkennt, dass sie wie Norma auf Pollione hereingefallen ist und will nicht weiter mit dem Römer zusammen sein. Daher wünscht sie sich eine Versöhnung zwischen Pollione und Norma. Dieses Ansinnen weist er jedoch zurück. Schließlich gibt Norma das Zeichen für den Angriff gegen die Römer. Einer von ihnen soll gefangen und geopfert werden, damit der Kampf gut für die Gallier ausgeht. Es ist Pollione. Norma droht ihm, die gemeinsamen Kinder zu opfern und Adalgisa ins Feuer zu werfen, wenn er seiner neuen Geliebten nicht entsagt. Aber Pollione weigert sich. Norma befiehlt den Bau eines Scheiterhaufens, um eine Priesterin zu bestrafen, die das Keuschheitsgelübte gebrochen hat. Schließlich nennt sie ihren eigenen Namen als Schuldige. Ihre Söhne vertraut sie ihrem Vater Orovesos an, dem obersten Druiden. Als Norma gefasst und aufrecht ins Feuer geht, wird Pollione von neuen Gefühlen überwältigt und folgt ihr nach.


Auch wenn sich der Erfolg der Oper erst nach einigen Aufführungen einstellte, ist die Oper "Norma" heute aufgrund ihrer außergewöhnlich schönen Melodik eine der populärsten Werke Bellinis. Seine achte Opernkomposition ist neuartig konzipiert. Die Gefühle sollen direkt durch Wort und Musik ausgedrückt werden und somit eine Einheit bilden. Jeder Silbe ist eine Note zugeordnet, es gibt kaum noch Koloraturen. Die Musik beschreibt so eher das Lyrische, Erhabene und Transzendente. "Norma" gilt als Inbegriff des hochromantischen Gesangs. Eine der erfolgreichsten Norma-Sängerinnen war Maria Callas. Die Beliebtheit der Oper wird auch darin deutlich, dass man mit dem Ausdruck "una vera Norma" (dt. eine echte Norma) im Italienischen die besondere Wertschätzung für eine Person zum Ausdruck bringt.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde metropole ruhr)


Mit "Norma" gelang Bellini die Vollendung der Belcanto-Oper: das perfekte Zusammenspiel von virtuoser Gesangskunst, melodischer Erfindungskraft und dramatischer Handlung. Im Mittelpunkt steht eine der größten Titelheldinnen der Opernliteratur - eine Frau, die zwischen den Erwartungen der Öffentlichkeit und ihren eigenen Sehnsüchten zerrieben wird. Nach "La straniera" in der Spielzeit 2013/2014 steht damit erneut eine Oper des sizilianischen Komponisten auf dem Spielplan des Aalto-Musiktheaters.

Vincenzo Bellini hatte 1831 bereits einen Erfolg mit der Uraufführung von "La sonnambula" feiern können und galt daraufhin als aufsteigender Stern am Opernhimmel. Die Premiere der "Norma" Ende desselben Jahres an der Mailänder Scala irritierte das Publikum dennoch zunächst: Der ungewohnte Verzicht auf vordergründige Effekte und die stattdessen gewonnene Tiefe in der Darstellung der Figuren überraschte und schockierte. Doch schon bald war die Erfolgsgeschichte der Oper nicht mehr aufzuhalten und kaum eine der großen Belcanto-Sängerinnen hat sich seither die ebenso anspruchsvolle wie dankbare Titelpartie mit ihrer berühmten Auftrittsarie "Casta diva" entgehen lassen.

Der Stoff geht auf die gleichnamige Tragödie des französischen Autors Alexandre Soumet zurück: Das von den Römern besetzte Gallien bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag vor und wartet auf ein göttliches Zeichen. Die Druidin und Oberpriesterin Norma aber befindet sich in einem Zwiespalt. Sie, die an ein Keuschheitsgelübde gebunden ist, führt ein geheimes Doppelleben: Norma hat mit dem Römer Pollione zwei Kinder, die sie vor der Welt versteckt hält. Pollione aber hat sich bereits von ihr abgewandt und sich in die junge Novizin Adalgisa verliebt. Einer antiken Heldin gleich sinnt Norma auf Rache ...

(Theater und Philharmonie Essen 2016/17)

Musikalische Leitung: Giacomo Sagripanti, Johannes Witt, Friedrich Haider
Inszenierung: Tobias Hoheisel, Imogen Kogge
Bühne und Kostüme: Tobias Hoheisel
Licht: Wolfgang Göbbel
Dramaturgie: Christian Schröder

Termine & Bestellung

Freitag,
02.03.2018
Aalto-Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 22.30 Uhr
Norma
Oper  Vincenzo Bellini (1801-1835)
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